Zitat von namir
Hab schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl mit meinen 3 FIlmen aus den 60igern.
Glaube kaum dass da was dabei ist. Habe selbst meinen einzigen Perutz ohne Typenbezeichnung aus den 50ern getestet. Ist schon Sicherheitsfilm.
Kannst ja mal an einer Ecke ein paar Millimeter abschneiden und mit einer Pinzette in eine Flamme halten (den Rest vorher weglegen!). Brennt es ab, ists Nitrat. Kokelt es nur und geht dauernd aus, ists Azetat.
Sollte sich ein paar gefährliche Filme finden, dann würde ich die eben in einer Kellerecke abseits brennbarer Materialien lagern. In einer Blechbox mit großen Löchern drin, damit im zweifelsfall die Brandgase entweichen können. Möglichst eben nicht im Ordner für Negative im Büroschrank.
Ich meine: Von wieviel Gefahrstoff reden wir hier denn bei ein paar Filmen?
Da kommen wahrscheinlich nichtmal 100 Gramm zusammen.
Andere Leute lagern kiloweise Schwarzpulver daheim.
Wenn ich mir überlege, ich hätte eine Handvoll solcher Filme im Kellerregal, umringt von Betonwänden, dann würde mir dies kaum schlaflose Nächte bereiten.
Käme ich eines Tages in den Keller und es stinkt, dann wars das eben mit den Antiquitäten.
Aber so wie ich Euch kenne, habt Ihr die Filme ja eh längst eingescannt..
Den Film der Feuerwehr finde ich klasse, vor allem die Helme.
Allerdings hätte schon der erste Versuch mit dem Wasser gereicht um zu wissen, das der Rest nichts bringt.
Es gibt defakto nur 2 Möglichkeiten, etwas zu löschen:
1. Durch Herabkühlen unter den Flammpunkt
2. Durch Sauerstoffentzug
Wasser erfüllt beide Bedingungen,wenn man das brennende Material darin "ersäuft", wie in dem Film.
Man muss aber beachten, dass die Leute eine ganze Filmrolle hineingetaucht haben.
Im Inneren konnte das Wasser die chemische Reaktion nicht erreichen und nicht weit genug herunterkühlen.
Wäre es ein loser Filmstreifen gewesen, wäre der ausgegangen, weil das Wasser den Stoff zu weit heruntergekühlt hätte. Sauerstoffentzug bringt (wie bereits gepostet) nichts, weil der Sauerstoffträger im Material gebunden ist.
Alle anderen Löschmittel, wie Sand, CO2, Halon und Pulver arbeiten nur nach dem Prinzip des Sauerstoffentzugs, sind also bei Nitratfilm sinnlos.
Schaum erfüllt den gleichen Zweck wie Wasser (Kühlen und Abschluss vom Sauerstoff). Nur läuft bzw. trocknet Schaum nicht so ab wie Wasser und bleibt am Material kleben, wodurch ein Wiederentflammen verhindert wird.
Desweiteren schwimmt Schaum auf brennbaren Flüssigkeiten, die leichter sind als Wasser, z.B. Öl, Benzin.
Deshalb nimmt man Schaum für Flüssigkeiten und Objekte, aus denen Flüssigkeiten austreten können (Kfz).
Man kann ihn aber auch für daheim nehmen. Er macht keine so große Sauerei wie Pulver.
Im Falle Nitratfilm gibts nur "kontrolliert abbrennen lassen".
Joachim (Löschmeister) 